Kontrollierte Alkoholabgabe

Das Hospice Le Pré-aux- Boeufs beherbergt hauptsächlich Männer und Frauen, die an einer jahrelangen Alkoholkrankheit leiden, mehrere Entziehungskuren erfolglos absolviert haben und nicht abstinent leben wollen. Mit Erfolg praktiziert die Institution seit mehr als 40 Jahren den kontrollierten Alkoholausschank. 

Konzept

Der Konsum von alkoholischen Getränken ist Teil des Alltags in der Institution. Grundsätzlich darf im Restaurant Alkohol konsumiert werden. Der Alkoholkonsum in der Institution ist als Angebot für nicht abstinenzwillige Personen gedacht. Niemand ist verpflichtet Alkohol zu konsumieren.

Die Bewohner erhalten die Gelegenheit, einer Beschäftigung oder Arbeit nachzugehen und in der Freizeit kontrolliert Alkohol zu konsumieren. Die Institution bietet ein klar abgestecktes Trainingsfeld, wo die Erfüllung einer Aufgabe (Arbeit, Beschäftigung, Tagesablauf) und der Alkoholkonsum nebeneinander konfliktlos im Alltag Platz haben.

Das heimeigene Restaurant im Pré-aux-Boeufs ist täglich jeweils am Nachmittag geöffnet für den kontrollierten Alkoholausschank. Hier haben die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner Gelegenheit, in einer gemütlichen Atmosphäre alkoholische Getränke zu konsumieren. 

Zielsetzungen

  • Die Lebensqualität und das Selbstwertgefühl der Bewohner soll wieder gestärkt werden.
  • Der Bewohner soll wieder den Eindruck haben, ich bin wichtig und werde gebraucht, ich erledige eine Aufgabe im Alltag.
  • Mit seiner Suchterkrankung soll der Bewohner für sich selber und auch für sein Umfeld tragbar sein.

Trinkmengen

  • Die erlaubte Trinkmenge wird beim Eintritt besprochen und festgelegt. Sie ist individuell abgeklärt und bildet die Grundlage für denalltagspraktischen Betreuungsprozess.
  • Die Menge des Alkoholkonsums ist abhängig vom Gesundheitszustand, den Medikamenten und des früheren Trinkverhaltens des Bewohners.
  • Will ein Heimbewohner seine Trinkmenge erhöhen, wendet er sich an die Heimleitung.
  • Wenn sich der Gesundheitszustand eines Heimbewohners verschlechtert, wird die Trinkmenge in Absprache mit der Person, dem Arzt und dem Gesundheitsdienst vermindert.
  • Auf Anfrage des Bewohners ist auch die medikamentöse Behandlung der Suchterkrankung möglich. Die persönliche Motivation sowie die Übernahme einer Selbstverantwortung durch den Bewohner werden dazu vorausgesetzt. Beim Feststellen von Missbrauch wird die Behandlung sofort abgebrochen.
  • Angetrunkene Bewohner werden im Restaurant nicht bedient.